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Lilli Fortmeier

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Projektbeschreibung: „Imperiale Angst: Zeitliche Spannungen, Affektivität, und Kulturelle Produktion in der Britischen Romantik“

Meine Dissertation untersucht die temporale Affektivität kultureller Produktion im imperialen Großbritannien des Romantischen Zeitalters (c. 1780-1839). Sie geht dabei, aufbauend auf Emily Rohrbachs Forschung zu Romantischer Zeitlichkeit, von Folgendem aus:
“Two distinct qualities characterize [the] new conception of time as it marks late eighteenth- and early nineteenth-century discourse: an unprecedented sense of speed or acceleration (with which major historical events take place in succession, for instance) and the idea of an unknowable, unpredictable future.”1
Die Dissertation kombiniert Ansätze der affect studies und British cultural studies, um Angst („anxiety“) als kulturelle Gefühlsstruktur darzustellen, die aus der Spannung zwischen verschiedenen und scheinbar gegensätzlichen temporalen Instinkten entsteht, welche alle gleichsam auf eine historisch präzedenzlose Krise der imperialen Selbstbeschreibung reagieren. Ausdrücke dieser Angst zeigen sich in zahlreichen romantischen Diskursen, thematische Schwerpunkte für diese Dissertation werden aber die folgenden sein, welche sich im Besonderen mit Imperialität auseinandersetzen: 1. Das liberale Ideal der Zukunft in der britischen Abolitionsbewegung, 2. Nostalgische Ruralität und Konstruktionen des Ländlichen, 3. Interpretationen historischen Niedergangs, 4. Apokalyptische Imaginationen. Ich werde diese Themen zum Abschluss kritisch in einen Kontext der Jetztzeit setzen, indem ich untersuche, inwiefern ein Erbe dieser romantischen Imperialität in der populären Kultur und in den öffentlichen politischen Diskursen Großbritanniens im 21. Jahrhundert besteht.

1 Rohrbach, Emily, Modernity's Mist: British Romanticism and the Poetics of Anticipation (New York: Fordham University Press, 2016), S. 12.